Safety first - Was muss im Kindergarten beachtet werden?

Im Kindergarten geht es oftmals ganz schön zur Sache - egal ob beim Spielen auf dem Klettergerüst oder beim Basteln mit Freunden. Kleine Verletzungen wie Schnittwunden oder ein aufgeschürftes Knie gehören daher mit zur Tagesordnung. Aus diesem Grund muss jede Kita in Deutschland gesetzlich die Erstversorgung sicherstellen, damit Ihre Schützlinge schnell wieder lächeln können. 
Die ersten Ansprechpartner für Präventivmaßnahmen sind die jeweils zuständigen Unfallversicherungsträger, welche den Auftrag besitzen, sich um die erforderlichen Aus- & Fortbildungen im Bereich der Erste Hilfe zu sorgen.

Safty first im Kindergarten

In diesem Blogbeitrag wollen wir Ihnen die gesetzlichen Vorschriften ein wenig näher bringen und mittels Checklisten das Leben vereinfachen und sicherer gestalten - aber schauen Sie selbst!

Inhalt:

1. Welche Ausstattung wird benötigt?
2. Was sollte man personell beachten?
3. Was ist im Notfall zutun?
4. Unfallanzeige und Durchgangsarzt

Welche Ausstattung wird benötigt?

In jeder Einrichtung gibt es viele Punkte die zur Sicherheit und somit zur Minimierung des Verletzungsrisikos dienen. Jedoch lassen sich nicht immer alle kleinen oder größeren Verletzungen vermeiden. Für kleinere Wehwehchen reicht oftmals schon der Verbandskasten, der für alle problemlos zugänglich sein und der DIN-Norm entsprechen muss. Im Weiteren muss dieser deutlich gekennzeichnet und somit für jedermann erkennbar sein.. Achten Sie stets auf die Eintragung ins Verbandbuch, auch bei kleinsten Verletzungen. Die Eintragungen dienen dazu, bei eventuellen Spätfolgen die Ausgangsverletzung zu wissen und somit ein Versicherungsfall feststellen zu können.
Sollten Sie gerade kein Verbandbuch zur Stelle haben, sind folgende Angaben stets wichtig zu notieren:

Name des Kindes
Name von Zeugen
Namen des Ersthelfers
Zeit, Ort, Hergang des Unfalles
Art und Umfang der Verletzung
Zeit, Art und Weise der Ersten-Hilfe-Maßnahmen

Nach deutschem Gesetz müssen Aufzeichnung von Unfällen mindestens fünf Jahre archiviert werden. Allerdings hat sich in der Praxis eine Aufbewahrung von über zehn Jahren etabliert und als sinnvoll durchgesetzt.

Ein weiterer Punkt, der verpflichtend ist, ist ein stets erreichbares und freigeschaltetes Telefon. In der unmittelbaren Nähe des Telefons muss eine Liste hängen, auf der wichtige Informationen wie Namen und Rufnummer folgender Person/Unternehmen vorhanden sind:

Ersthelfer
Arztpraxen
Rettungsleitstellen
Taxizentrale

Selbstverständlich kann Sicherheit nie zu groß geschrieben werden, vor allem nicht, wenn es um die unserer Kinder geht. Genau aus diesem Grund gibt es noch viele Möglichkeiten und Produkte das Verletzungsrisiko weiter zu minimieren. Wir wollen Ihnen hier kurz die wichtigsten vorstellen:

Achten Sie stets auf einen einwandfreien Zustand von Spielgeräten
Kindersicherungen in Steckdosen
Standsichere Regale, die an der Wand befestigt sind
Sind gefährliche & scharfkantige Ecken abgerundet oder geschützt?
Ist der Weg zum Kindergarten hin sicher? 
Sind Türen in Fluchtrichtung zu öffnen?

Was sollte man personell beachten?

Auch für die personelle Ebene gibt es gewisse Vorgaben gültig den Unfallverhütungsvorschriften. So muss bei mehr als 20 Kindern und Betreuern grundsätzlich ein Ersthelfer je Kindergruppe zur Verfügung stehen. Unter Ersthelfern versteht man Personen, die eine Ausbildung zum Ersthelfer getätigt haben, die dem Unfallversicherungsträger ermächtigt ist. Im weiteren zählen Personen dazu, die eine Ausbildung im sanitätsdienstlichen oder im Bereich des Gesundheitswesen besitzen. Die Wichtigkeit von Ersthelfern wird auch durch die Auffrischung bewusst. Alle zwei Jahre muss die “Lizenz” durch Fortbildungen neu erworben und dem Träger vorgelegt werden. Dies dient der Auffrischung von Kenntnissen und Fertigkeiten in der Ersten Hilfe.

Tipp: Für eine genaue Risikoanalyse stehen Ihnen die Unfallversicherungsträger zur Verfügung. Nutzen Sie diese und vermindern Sie Sicherheitslücken!

Was ist zu tun im Notfall?

Trotz genügend Sicherheitsmaßnahmen lassen sich Unfälle nicht komplett vermeiden. Sollte dies der Fall sein, sind Sie verpflichtet erste Hilfe zu leisten. Durch die vertraglich übernommene Obhut haben Sie eine besondere Verpflichtung gegenüber den Kindern und den Eltern. Geschieht ein Notfall, ist die Person, die die Aufsichtspflicht besitzt, zunächst ausschlaggebend welche Maßnahmen getroffen werden. Gerade bei schwereren Verletzungen ist es ratsam den Rettungsdienst zu informieren. Denken Sie nach wie vor auch an die Eltern des betroffenen Kindes. Eine ärztliche Behandlung sollte nur unter Einbeziehung dieser geschehen. Nur wenn diese nicht erreichbar sind und eine große Gefahr der Verletzung ausgeht, ist ohne deren Wissen ein Arzt mit hinzuzuziehen.

Tipp: Denken Sie bei betroffenen Kinder stets daran, dass es Ihr eigenes Kind sein könnte, um passende Sofortmaßnahmen treffen zu können.

Unfallanzeige und Durchgangsarzt

Im Fall von kleineren Verletzungen genügt es oftmals, dass die Eltern am gleichen Tag, z.B. bei der Abholung Ihres Kindes, über den Vorfall und die Erste-Hilfe-Maßnahmen informiert werden. War die Verletzung jedoch so groß, dass ärztliche Hilfe notwendig war, muss für den Versicherungsträger eine Unfallanzeige ausgefüllt werden. Bei der Auswahl des Arztes sollten Sie beachten, dass es sich um ein Durchgangsarzt handelt. Ein Durchgangsarzt ist ein Arzt, der von den gesetzlichen Unfallversicherungen zugelassen ist. 
Ist die Verletzung sogar so schwerwiegend das ein Rettungsdienst hinzugezogen wird, ist der Notarzt in der Entscheidungsgewalt und bestimmt welche Maßnahmen getroffen werden.

Ist ein Unfall geschehen, ist dieser innerhalb von 3 Tagen den Trägern anzugeben und eine Unfallanzeige zuschalten. Die jeweilige Leitung der Einrichtung muss gewährleisten, dass der Unfall auch innerhalb Ihrer Einrichtung zur Kenntnis kommt.