Für mehr Medienkompetenz in der Lehrerausbildung

Smartboards, Dokumentenkameras, Tablets & Co können eine wahre Hilfestellung im Unterricht für den Lehrer darstellen. Schnell sind Informationen mit der Klasse geteilt, Grafiken können gespeichert werden und niemand kommt mit der Ausrede “Ich habe meinen Kuli vergessen” mehr durch. Jedoch werden digitale Medien noch lange nicht an jeder Schule genutzt. Ein Hauptgrund liegt tief verwurzelt in der Lehrerausbildung, da hier den Lehrern von morgen keine Kompetenzen im Umgang mit Medien vermittelt werden. Wenn ein Lehrer den richtigen Umgang mit einem Smartboard beherrscht, ist dies meist auf eine freiwillige Fortbildung zurückzuführen oder auf eigenes Interesse. Sollte da nicht eine Lösung her?

Inhalt:

1. Früh übt sich - Digitale Medien in der Uni
2. Oder doch ein Punkt für die Politik

Früh übt sich - Digitale Medien in der Uni

Damit genügend Vertrauen gegenüber digitalen Medien aufgebaut werden kann, sollten bereits ab der ersten Uni Veranstaltung digitale Hilfsmittel für jeden Lehramtsstudenten ein Begriff sein. Durch den engen und regelmäßigen Kontakt in der Lehrerausbildung, sind die Lehramtsstudenten den digitalen Lehrmitteln bereits aufgeschlossen gegenüber und der Umgang mit ihnen im Unterricht ist für Sie selbstverständlich. Jedoch vermitteln erst wenige bis nahe zu keine Hochschulen den richtigen Umgang mit digitalen Medien.

Als Vorreiter gilt in diesem Bereich die TU Kaiserslautern, die bereits verpflichtende Seminare zum Erwerb der nötigen Kompetenzen im Bereich digitale Medien in Ihren Studienverlaufsplan integriert hat. Ein klarer Vorteil liegt allerdings auch am Standort der TU Kaiserslautern - Rheinland-Pfalz. Durch ein Bundesland gefördertes Projekt namens “U.EDU - Unified Education: Medienbildung entlang der Lehrerbildungskette” werden spezielle Konzepte für alle Phasen der Lehrerausbildung entwickelt. Das besondere an diesem Projekt ist, dass die Schulen im Umkreis mit eingebunden werden. Studierende erarbeiten Konzepte für den Unterricht und diese werden an den Schulen dann ganz real erprobt.

Doch was bringen die besten Smartboards oder Visualizer, wenn die Dozenten an den Unis diese nicht verwenden? Ganz genau - garnichts. Genau aus diesem Grund sollten Dozenten stets Weiterbildungen erhalten, um so die nützlichen Funktionen kennen und lieben zu lernen. Denn bemerken Studenten, dass ihre Dozenten kein Vertrauen in die neue Technik besitzen, werden viele den digitalen Medien ebenfalls kein Vertrauen schenken. Also liebe Hochschulleitung: Bitte machen Sie digitale Medien zu Alltagsgegenständen an deutschen Unis, indem Sie Dozenten Weiterbildungsmaßnahmen in diesem Bereich schenken.

Oder doch ein Punkt für die Politik?

Betrachtet man die Karte der digitalen Medien an Unis einmal von der anderen Seite, lässt die Politik sich in diesem Thema nicht leugnen. Bildungsexperten sehen nicht nur die Hochschulen und Dozenten an sich als Problem, sondern auch die Politik spielt eine zentrale Rolle. Die Länder ansich stimmen jeweils über die Zugangsvoraussetzungen zum Referendariat ab und haben somit die Möglichkeit den Einsatz von digitalen Medien fest vorzuschreiben. Jedoch machen nur knapp die Hälfte von Ihren Möglichkeiten das Referendariat zusteuern gebrauch, und lassen so eine große Chance für mehr digitale Medien in der Schule liegen.

Fasst man also zusammen, ist das Lehramtsstudium in seinem Konzept noch lange nicht am Ende seiner Reise. Alle Phasen der Grundausbildung (Studium & Referendariat) sowieso Weiterbildungen sollten in Verbindung mit digitalen Medien stehen, um so eine offene Haltung diesem Thema gegenüber zu gewährleisten. Der richtige Umgang mit digitalen Lehrmitteln sollte ebenso stets gefördert werden, da die Technik sich immer weiterentwickelt und so der Unterricht effektiv unterstützt werden kann. Sind wir in Deutschland soweit, dass Tablets, Smartboards & Co. genauso zum Unterricht gehören wie ein Blatt und ein Stift, ja dann gehen wir in die richtige Richtung.