Schule der Zukunft: Hybrides Lernen als langfristige Lösung? 

Die Corona-Pandemie hat das deutsche Bildungssystem aufgerüttelt. Die Schließung der Schulen und das Homeschooling zeigte eine dringende Überarbeitung von digitalen Konzepten im deutschen Bildungssystem. Die anschließende Öffnung der Schulen und das Unterrichten geteilter Klassen verläuft nicht reibungslos. Weiterhin sind Schüler im Homeschooling, in welchem vor allem benachteiligte Schüler abgehängt werden.

Das hybride Lernen bzw. die hybride Schule rückt in den Fokus. Ein ganzheitliches Konzept vom Hybridunterricht gibt es noch nicht. Die Idee hinter der hybriden Schule ist die Verknüpfung von Präsenz- und Online-Lernen. Damit soll gleichzeitig eine Verbindung der Schüler in der Klasse und im Homeschooling entstehen. Im Folgenden schauen wir uns an, wie die Umsetzung des hybriden Lernens und dem Hybridunterricht langfristig umgesetzt werden kann und damit das deutsche Bildungssystem zukunftsfähig wird. 



Was ist Hybridunterricht?

Der Ausdruck hybrides Lernen bzw. hybride Schule wird verwendet, um die Verknüpfung von Präsenzunterricht und Online-Lernen zu definieren. Es beschreibt eine Kombination aus virtuellem und nicht-virtuellen Lernsetting und den Lernmethoden. Hybrides Lernen ist auch bekannt unter Blended Learning sowie integriertem Lernen.

Der Hybridunterricht kann in der Praxis in verschiedenen Methoden umgesetzt werden. Diese Methoden vom hybriden Lernen sind in der Erwachsenenbildung nicht neu, finden aber eine neue Ausprägung im klassischen Schulunterricht. In der Erwachsenenbildung hat sich das Konzept vor allem im universitären Umfeld bewährt. Erfahrungen zeigen eine erhöhte Partizipation von Lernenden und die erhöhte Möglichkeit der Selbstregulation. Für die Lehrenden hingegen bedeutet es mehr Aufwand, eine umfassendere Verfügbarkeit und vor allem mehr Kompetenzen.

Praktisch umgesetzt ist in den Hochschulen ein gesamter Kurs entweder im Präsenzunterricht oder lernt online. Im Schulkontext kann die Idee mit den aktuellen Umständen weiter entwickelt werden. Ziel ist es hier, dass der Präsenzunterricht und das Online-Lernen parallel stattfindet und die Schüler im Homeschooling mit den Schülern im Klassenzimmer verbunden werden. 

Wie sieht der Hybridunterricht in der Praxis aus?

Die Umsetzung des Hybridunterrichts kann methodisch unterschiedlich gestaltet werden. Die folgenden Einsatzszenarien sind am bekanntesten für das hybride Lernen. Sie können Ihr Lernszenario flexibel hybrid gestalten.

► Während der gesamte Kurs bzw. die gesamte Klasse von Zuhause arbeitet, ist die Lehrperson im Kurs- bzw. Klassenraum. Sie kann sich dann per Videokonferenz-Tool mit den Kursteilnehmern verbinden. Die Videokonferenz kann aufgezeichnet werden, sodass auch fehlende Schüler die Unterrichtsstunde nachholen können. Vorteilhaft ist vor allem, dass die Lehrkraft alle im zustehenden digitalen Medien aus dem Raum nutzen kann und diese per Video teilen kann.

► Das Lehr-/ Lernumfeld für den hybriden Unterricht kann auch so gestaltet werden, dass alle beteiligten Personen von Zuhause arbeiten. Sowohl Schüler und Lehrer arbeiten mit Kamera und ausgewählten Online-Tools, um das hybride Lernen umzusetzen.

► Das dritte hybride Lernumfeld beschreibt die Situation, in welcher die Lehrperson und die Hälfte des Kurses/ der Klasse in der Schule sind, während die anderen Schüler zuhause unterrichtet werden. Auch hier wird die Lehrkraft mit allen vorhandenen digitalen Medien den Unterricht über die Videokonferenz durchführen. So sind die Schüler von zuhause mit den Schülern in der Klasse verbunden und können den Unterricht gemeinsam hybrid durchführen.

Voraussetzungen und Herausforderungen

Didaktik
✓ Die Umsetzung neuer Lernmethoden und neuer Lernsettings setzen ein didaktisches Konzept voraus. Erst mit dem richtigen didaktischen Konzept kann ein Mehrwert aus dem hybriden Lernen geschöpft werden.  
✓ Hybrides Lernen verlangt von den Lehrpersonen mehr Aufwand. Sie müssen ihre didaktischen Fähigkeiten und digitalen Kompetenzen verzahnen, um das hybride Lernen effizient umzusetzen.
✓ Vor allem die virtuelle Unterrichtssituation verläuft oft im Frontalunterricht. Wichtig ist, die Schüler einzubinden und diverse Unterrichtsmethoden und Tools auch im virtuellen Klassenzimmer zu nutzen.

Organisation
✓ Das gesamte Konzept des hybriden Lernens verlangt im Vorfeld viel Organisation. Die Stundenpläne müssen angepasst werden und die Schüler müssen dem Präsenzunterricht oder dem Online-Lernen zugeordnet werden.
✓ Um die Lehrpersonen im neuen Lernsetting zu unterstützen, ist eine Fortbildung dieser empfehlenswert. Sowohl im Bereich Hardware als auch im Bereich Software sowie zur Methode müssen diese Kompetenzen aufbauen.

Technik
✓ Um den virtuellen Unterricht mit dem Präsenzunterricht zu verbinden, muss der Klassenraum dementsprechend ausgestattet sein. Zum Aufnehmen des Lehrers und der Schüler im Klassenraum, bedarf es eine Bild- und Tonübertragung in das virtuelle Klassenzimmer. Eine ausreichende Netzwerkverbindung sollte grundlegend vorliegen.
✓ Damit die Schüler im Homeschooling am Online-Unterricht teilhaben können, müssen auch diese technisch ausgestattet sein. So ist es notwendig, dass die Schüler einen Laptop oder Tablet zur Verfügung haben.


Praktische Umsetzung der Hybrid Schule

▶ Wie könnte die Lösung Hybrid Schule konkret aussehen?

▶ Wie kann das hybride Lernen in der Praxis zukunftsfähig gemacht werden?

Um das Modell in der Praxis umzusetzen, sind fünf Punkte zu beachten, die im Folgenden genauer definiert werden:

Klassenzimmer

✓ Das hybride Lernszenario verlangt durch Videokonferenzen, Online-Lernen, etc. eine gute Netzwerkverbindung im Klassenzimmer.

✓ Zur Verbindung der Schüler im virtuellen und nicht-virtuellen Klassenzimmer ist die optimale Lösung eine Kamera und Mikrofon-Lösung in einem. Hierbei werden im gesamten Raum Mikrofone befestigt, um sowohl den Lehrer als auch die Schüler zu übertragen. Der Fokus der Kamera sollte auf die Tafel bzw. den Lehrer liegen. Es gibt jedoch auch Lösungen, die sowohl Tafel als auch Schüler aufnehmen können.

✓ Die Übertragung der Schüler von zu Hause kann per Webcam auf eine interaktive Tafel oder einem Beamer stattfinden.

✓ Der Lehrer koordiniert die Übertragung zwischen den beiden Lernräumen und benötigt einen stationären PC oder einen Laptop im Klassenzimmer. 

Homeschooling

✓ Damit die Schüler im Homeschooling effektiv am Unterricht teilnehmen können, ist eine 1:1 Ausstattung mit Laptops oder Tablets notwendig.

✓ Tipp: Speziell für den Bildungsbereich gibt es Tablets für Schüler.

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Lernplattform

✓ Um das hybride Lernen zu organisieren, ist eine digitale Lernplattform die richtige Lösung. Für den Bildungsbereich gibt es Cloud-Lösungen, die verschiedene Tools beinhalten. Im Blogbeitrag zum Thema Homeschooling haben wir die bewährtesten Lösungen Microsoft 365 und G-Suite for Education näher aufgelistet. Hier nachlesen.

✓ Für das hybride Lernszenario bieten die Cloud-Lösungen folgende Vorteile:
  • Dateienaustausch- und ablage: Als Lehrer können Sie auf den jeweiligen Plattformen Aufgaben erstellen, Unterrichtsmaterialien hochladen und Hausaufgaben von Ihren Schülern erhalten.
  • Kommunikationsmöglichkeiten: In den ganzheitlichen Lösungen ist ein Videokonferenz-Tool inbegriffen. Das ist Grundlage für das hybride Lernsetting. Die Kommunikation kann auch per Mail oder per Chat stattfinden.
  • Kalender: Im Kalender sind die Termine der Schüler übersichtlich dargestellt. Sie können schnell sehen, wann sie Präsenzunterricht und wann Online-Unterricht haben. Auch die Prüfungen und der Stundenplan können dort eingetragen werden.

Unterrichtsmaterialien

Zum Austausch der Unterrichtsmaterialien per Cloud-Lösung müssen die Unterrichtsmaterialien digitalisiert werden. Erstellen Sie daher sowohl Ihre Tafelbilder als auch Aufgaben digital.

Lehrerfortbildung

✓ Das hybride Lernen bedeutet für die Lehrer nicht nur ein neues Lernsetting und neue Lernmethoden, sondern auch ein vollständig digitalisiertes Arbeiten.

✓ Die Fortbildung der Lehrer muss in dreierlei Hinsicht erfolgen:

Fazit

Das Konzept der hybriden Schule verlangt viele Veränderungen und Entwicklungen in der Schule. Es ist eine (fast) vollständige Digitalisierung notwendig. Neben dem digitalen Klassenzimmer müssen die Schüler digital ausgestattet werden. Auch die Lernplattform und die Unterrichtsmaterialien müssen digitalisiert werden.
Die Chancen und Möglichkeiten, die sich durch die Umstrukturierung ergeben würden, sind riesig. Sowohl Schüler als auch Lehrer könnten effizienter arbeiten. Bei längeren Krankheiten oder sonstigen Gründen, können die Schüler simpel von zu Hause am Unterricht teilhaben. Eine dauerhafte Integration des Homeschoolings, ohne außerordentlichen Gründen, wäre auch denkbar. Die hybride Schule ist eine realistische langfristige Lösung, die die Schule modernisieren würde und und das deutsche Bildungssystem zukunftsfähig macht. 

Kontakt

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