Das Vergessen vergessen - 3 einfache Methoden für den Unterricht

Das Vergessen in seiner ursprünglichen Form ist der Verlust von Informationen oder Erinnerungen. Gerade in der Schulzeit werden oftmals Hausaufgaben, wichtige Termine wie der Elternsprechtag oder das mitbringen von Unterrichtsmaterialien selbstverständlich unbeabsichtigt “vergessen”.

Es gibt viele Theorien im Bereich des Vergessens, sei es die Spurenverfalltheorie, die Interferenztheorie oder Theorie des evolutionären Denkens. Jede einzelne von Ihnen geht auf ein spezielles Gebiet ein und versucht dort den Ursprung des Vergessens aufzudecken. Gerade die Strategie der Denkweise, dass unserer Gedächtnis Informationen löscht, die nicht mehr benötigt werden, ist faszinierend.

Inhalt: 

1. Der Prozess im Gedächtnis
2. Das Vergessen im Unterricht vermeiden
3. Visualisierung wie die Profis


Der Prozess im Gedächtnis

Überlegen Sie einmal zurück, was Ihre älteste Erinnerung ist: Ist es die erste Geburtstagsparty mit Freunden oder doch eher der erste Schultag? Und was war mit der Zeit davor? Und dazwischen? Dies hängt mit verschiedenen Prozessen in unserem Gehirn zusammen.

Alle Informationen, die wir durch unsere Sinnesorgane aufnehmen, ob unbewusst oder bewusst, werden zunächst im sensorischen Gedächtnis geleitet. Viele Informationen werden automatisch gelöscht, vor allem die die wir nicht bewusst wahrnehmen. Bleiben jedoch Infos vorhanden, gelangen die zunächst in das sogenannte Kurzzeitgedächtnis.

Von diesem Trakt des Gedächtnisses gelangen nur ein paar Informationen in das sogenannte Arbeitsgedächtnis. In diesem Prozess wird die Abspeicherung auf das Langzeitgedächtnis vorbereitet und die Informationen mit evtl. vorhandenen Erinnerungen verknüpft. Werden Informationen gezielt wiederholt oder geübt, gelangen diese auch letztendlich in das Langzeitgedächtnis. Sind Informationen hier einmal angekommen, können diese eventuell ein Leben Lang abgerufen werden. Erweisen sich jedoch die erneuten Wiederholungen und Übungen als nicht wichtig, werden diese von dem Gedächtnis nach einer gewissen Zeit gelöscht.

Fassen wir also zusammen: Um Gelerntes in das Langzeitgedächtnis zu befördern, müssen die Informationen immer wieder angesprochen und wiederholt werden. Was wiederholt wird, bleibt stärker im Gedächtnis vorhanden. Werden Informationen nicht wiederholt, wird Platz gemacht für anderes Wissen.

Das Vergessen im Unterricht vermeiden

Im Laufe der Schulzeit werden ein Haufen an Informationen den Schülern beigebracht. Nun wissen wir, dass diese Infos allerdings wiederholt und geübt werden müssen um einen festen Platz im Gedächtnis zu erhalten. Geschieht dies nicht, verblassen die Erinnerungen nach einer gewissen Zeit.

Nutzen Sie verschiedene Strategien in Ihrem Unterricht um mittels Wiederholungen das bereits Gelernte im Gedächtnis zu verankern.

➣ Quiz & Tests: Die schlimmste Vorstellung für viele Schüler ist es, wenn sie innerhalb eines Testes oder Klausur einen kompletten Blackout erleben. Das ganze gelernte und alle Informationen einfach vergessen. Doch auch diese Form kann man gezielt trainieren. Verbinden Sie Ihren Unterricht mit verschieden Quiz-Formaten wie z.B. "Wer wird Millionär?". Durch solche Übungen wird der Stress auf bevorstehenden Tests verringert und die langfristige Wissensspeicherung erhöht. Aber das beste: Den Kindern macht das Lernen Spaß!

➣ Verknüpfungen schaffen durch Bilder: Unser Gedächtnis behält Infos besser, wenn diese sich mit anderen Infos verknüpfen lassen wie z.B. einem Bild. Nutzen Sie dieses für Ihren Unterricht! Bereiten Sie passende Bilder zu dem Unterrichtsstoff vor um so das Wissen zu visualisieren.

➣ Intervall-Lernen: VIele Schüler lernen erst kurz vor einem Test oder einer Klausur den notwendigen Stoff. Dass das erlernte Wissen dann allerdings meistens nicht bis ins Langzeitgedächtnis vordringt, ist ihnen nicht bekannt. Vermitteln Sie das Wissen in mehreren und längeren Abständen immer und immer wieder - also in so genannten Intervallen. So wird das Wissen im Langzeitgedächtnis verankert und ist jederzeit abrufbar. 

Visualisierung wie die Profis

Wie bereits erwähnt, lassen sich viele Informationen erst durch eine Verknüpfung mit anderen Gegenständen so richtig verankern. In Fächern wie Biologie z.B. lassen sich viele Informationen perfekt an naturgetreuen Modellen, Nachbauten oder Experimenten erklären. Gewinnen Sie mittels dieser Produkte die volle Aufmerksamkeit Ihrer Schüler und helfen Sie ihnen die Informationen in ihrem Langzeitgedächtnis abzuspeichern.